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VDGH: Die Laborreform sagt Nein zum fortschrittlichen Umgang mit Diagnostik


Berlin - Von den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entfielen im Jahr 2016 2,91 Prozent auf Laborleistungen im ambulanten und stationären Bereich. „Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010", sagt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) anlässlich des Welttages des Labors.

Während die Gesamtausgaben der GKV von 1999 bis 2016 um 171 Prozent stiegen, betrug der Anstieg der Laborausgaben im gleichen Zeitraum nur 161 Prozent. „Laborausgaben sind kein Kostentreiber für die GKV, sondern entwickeln sich unterproportional. In den letzten zwei Jahren ging die Schere zulasten der labormedizinischen Leistungen sogar noch weiter auseinander", betont Walger mit Verweis auf die jüngsten Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.
Die zum 1.4.2018 in Kraft getretene Laborreform in der vertragsärztlichen Versorgung sieht der VDGH kritisch. „Die Maßnahmen dieser Laborreform erschöpfen sich in Kostendämpfungen und honorarpolitischen Umverteilungen. Sie geben keine Antworten auf die Bedürfnisse der Patienten und die immer größeren Möglichkeiten der Labordiagnostik", sagt der VDGH-Geschäftsführer. „Damit kann kein fortschrittlicherer Umgang mit Labordiagnostik zustande kommen."

Zwei Drittel aller klinischen Diagnosen beruhen auf Laboruntersuchungen. „Diese Zahl untermauert den zentralen Stellenwert der Labormedizin für die Gesundheitsversorgung insgesamt", sagt Walger. Der VDGH plädiert dafür, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab unter Versorgungsaspekten weiterzuentwickeln. So sollte die Labordiagnostik zur Abklärung einer Antibiotikatherapie gestärkt werden, um durch vermehrte Testung in den Arztpraxen überflüssige Antibiotikaverordnungen zu vermeiden.

Schnellere und sachgerechte Bewertungsverfahren für die Aufnahme von medizinischen Innovationen in die Erstattungssysteme der GKV sind aus Sicht des VDGH ein weiterer Kernpunkt, die Gesundheitsversorgung patientenorientiert weiterzuentwickeln.

Der VDGH vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von 100 Unternehmen der Diagnostika- und der Life-Science-Research-Industrie. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her bzw. Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften. Beide Branchen zusammen erwirtschaften einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro in Deutschland.

Quelle: VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie e. V.
Tel.: +49 (0) 30 200 599-40 - Fax: +49 (0) 30 200 599-49
Internet: www.vdgh.de

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