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Grippe-Impfung schützt Vorschulkinder vor Asthma

Laut Experten beeinträchtigen Viren Wirksamkeit von Notfallbehandlung

Kinder: Grippe bei Asthma problematisch

Montreal - Asthma und Atemwegsviren vertragen sich nicht gut. Geschwächt durch Verkühlung oder Grippe reagieren Betroffene bei einem Anfall nur schlecht auf die Notfallbehandlung. Manche Patienten müssen sogar ins Spital. Das gilt vor allem für Kinder im Vorschulalter. Eine Studie des CHU Sainte-Justine  hat eine einfache Lösung für das Problem untersucht: Um eine Erkrankung zu verhindern, sollen Asthma-Patienten jährlich gegen Grippe geimpft werden. Derzeit verfügen allein in Kanada nur 60 Prozent über eine derartige Impfung.

Systematisches Impfen ratsam

Etwas mehr als eines von zehn kanadischen Kindern leidet unter Asthma. Betroffen sind rund 600.000 Kinder unter zwölf Jahren. Eine chronische Krankheit beginnt häufig in der frühen Kindheit, also vor dem sechsten Lebensjahr. Laut Co-Autorin Francine Ducharme sollten diese Kinder systematisch gegen Gippe geimpft werden. "Wir wissen: Wenn eines dieser Kinder erkrankt, ist das Risiko sehr hoch, dass die Notfallbehandlung bei einem Asthmaanfall nicht wirksam sein wird. Statt eines Gesamtrisikos von 17 Prozent erhöht sich das Risiko mit der Grippe auf fast 40 Prozent."

Die aktuelle Studie basiert auf der DOORWAY-Studie, die Ducharme mit Kollegen zwischen 2011 und 2013 durchgeführt hat. Dabei wurden die Daten von fast 1.000 Kindern analysiert, die in Notfallaufnahmen in fünf Krankenhäusern gegen leichte bis schwere Asthmaanfälle behandelt wurden. Abstriche aus der Nase wurden entnommen und analysiert, um festzustellen, ob die Kinder Grippe hatten oder an anderen Atemwegsviren litten. Das war bei fast zwei Drittel der Fall.

Wurden die Kinder mit der Standardbehandlung gegen ihren Asthmaanfall behandelt, also oralen Kortikosteroiden und Bronchodilatatoren, reagierten 20 Prozent nicht auf die Behandlung. Die meisten Kinder mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Bei Grippe oder Parainfluenza erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit eines Nichtansprechens auf die Behandlung auf 37 Prozent. Bei Kindern ohne Virus lag dieser Wert nur bei 13 Prozent. Beim Respiratorische Synzytial Virus versagte die Behandlung ebenfalls häufig.

Ergebnisse sprechen für sich

Kinder mit Stämmen der humanen Rhinoviren, die normalerweise für einen Schnupfen verantwortlich sind, reagierten jedoch gut auf die Behandlung. Für die Forscher war das beruhigend, da diese Viren der häufigste Auslöser von Asthma-Anfällen sind, die einen Aufenthalt in der Notaufnahme erforderlich machen. Laut Co-Autorin Caroline Quach ist es erstmals gelungen, das Risiko eines Nichtantsprechens auf eine Asthma-Behandlung mit dem Vorhandensein bestimmter Viren in Zusammenhang zu bringen.

"Das über 20 Prozent höhere absolute Risiko eines Behandlungsversagens bei Grippefällen ist von großer Bedeutung", so Quach. Es gebe keinen Grund, warum Kinder mit Asthma nicht im Herbst vor Beginn der Grippesaison geimpft werden sollten. Zwar bestehe ein Impfangebot für Kinder mit Asthma. Viele Eltern nähmen es jedoch nicht an. Daher sollte die Impfung bereits bei einer Behandlung im Kinderkrankenhaus durchgeführt werden.

Quach hat bereits von 2012 bis 2014 am Montreal Children's Hospital eine derartige Aktion gestartet, bei der insgesamt 2.640 Kinder mit risikoreichen Erkrankungen wie Asthma geimpft wurden. Dabei zeigte sich, dass der vereinfachte Zugang gut angenommen wurde. Die Forschungsergebnisse der aktuellen Studie wurden in "Pediatrics" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, Helene Souza

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