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Immer mehr US-Teens leiden unter Suizidgedanken

Fast zwei Drittel der Betroffenen sind Mädchen - Mehr Vorfälle im Herbst

Verzweifelt: Mädchen in den USA denken an Suizid

Nashville - Die Zahl der schulpflichtigen Kinder und Heranwachsenden in den USA, die aufgrund von Suizidgedanken oder -versuchen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, hat sich laut einer Studie des Vanderbilt University Medical Center  seit 2008 mehr als verdoppelt. Für die Erhebung wurden Trends in Notaufnahmen und bei stationärer Behandlung bei Kindern zwischen fünf und 17 Jahren von 2008 bis 2015 untersucht.

Jahreszeiten sehr relevant

Während des Untersuchungszeitraums identifizierten die Forscher 115.856 Fälle von Suizidgedanken oder Suizidversuchen in Notaufnahmen von 31 Kinderkrankenhäusern. Fast zwei Drittel der Betroffenen waren Mädchen. Zunahmen konnten in allen Altersgruppen festgestellt werden. Am größten waren sie bei Teenagern zwischen 15 und 17 Jahren, gefolgt von der Altersgruppe zwischen zwölf und 14 Jahren. Bei etwas mehr als der Hälfte handelte es sich um Kinder zwischen 15 und 17 Jahren, 37 Prozent waren zwischen zwölf und 14 Jahre und 12,8 Prozent der Kinder fünf bis elf Jahre alt. Jahreszeitliche Schwankungen konnten ebenfalls über den ganzen Zeitraum beobachtet werden. Im Oktober wurden fast doppelt so viele Fälle gemeldet wie im Juli.

Die Forscher haben Daten des Pediatric Health Information System ausgewertet. Mittels Abrechnungscodes wurden Aufenthalte in der Notaufnahme, zur Beobachtung und stationäre Aufnahmen ermittelt. Zusätzlich zu den allgemeinen Suizidgedanken und -versuchen bei schulpflichtigen Jugendlichen wurden die Daten Monat für Monat analysiert. Dabei zeigten sich jahreszeitliche Schwankungen. Die höchste Zahl an Fällen fand im Herbst und Frühling statt, die geringste im Sommer.

Dritthäufigste Todesursache

Laut Forschungsleiter Greg Plemmons handelt es sich um eine der wenigen Studien, die mehr Krankenhausaufenthalte während des Schuljahres ermittelt hat. Die Zahlen waren im Sommer am niedrigsten. Bei Erwachsenen kommt es gerade im Sommer zu den meisten Suizidversuchen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass junge Menschen unter erhöhtem Stress und psychischen Problemen leiden, wenn sie die Schule besuchen.

Suizid ist laut den U.S. Centers for Disease Control and Prevention in den USA die dritthäufigste Todesursache bei Heranwachsenden, übetroffen nur von Unfällen und Tötungsdelikten. Laut Plemmons sollte dieser Trend nicht länger ignoriert werden. Das gelte vor allem für Zeiten, in denen die Ressourcen für die psychische Gesundheit von Kindern gleichbleibend zu sein scheinen und im ganzen Land erschreckend gering sind. Die Forschungsergebnisse wurden in "Pediatrics" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, CFalk

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