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Forscher warnen: Nachtmenschen sterben früher

Zeitiges Aufstehen und zu wenig Schlaf sind gesundheitsschädlich

Evanston/Guildford/Berlin - Abendmenschen sterben früher als Morgenmenschen und erkranken öfter an Diabetes, psychischen und neurologischen Leiden. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Northwestern University und der University of Surrey.

Für die Erhebung wurden über 400.000 Personen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren befragt. Auch wurde der Gesundheitszustand der Probanden über sechseinhalb Jahre beobachtet. "Volkskrankheit nicht zu ignorieren" "Abendtypen schneiden in der psychischen Performance oftmals schlechter ab, beispielsweise beim Autofahren", weiß Ingo Fietze, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums der Berliner Charité, gegenüber pressetext. "Wenn Abendtypen kürzer schlafen, da sie später ins Bett gehen, aber trotzdem morgens zeitig raus müssen, dann ist die kurze Schlafzeit auf Dauer ein Mortalitätsrisiko. Das wäre auch meine Erklärung für die Erkenntnisse der Studie", bestätigt der Medizinier.

Über den beobachteten Zeitraum nach der Befragung starben 50.000 Personen mehr, die bei der Umfrage angaben, Nachtmenschen und morgens müde zu sein, als jene, die angaben, früh schlafen zu gehen und keine Probleme zu haben, morgensaus dem Bett zu kommen. "Nachteulen, die früh aufstehen und ihrem Körper vormachen, sie seien Morgenmenschen, tragen gesundheitliche Folgen davon", weiß Studienleiterin Kristen Knutson von der Northwestern University.

"Es handelt sich um eine Volkskrankheit, die nicht länger ignoriert werden darf", warnt Malcolm von Schantz von der University of Surrey. "Man sollte Gespräche führen, ob es nicht sinnvoller ist, dass Abendmenschen, wenn möglich, später mit der Arbeit anfangen."
Gesünder sei es laut Experten allemal. Das Sterberisiko von Nachtmenschen, die ihrem Körper zumuten, früh wiederaufzustehen, ist laut Experten zehn Prozent höher als bei Personen, die ihrem Körper genug Schlaf gönnen. Flexible Arbeitszeiten für Nachtmenschen Einhergehend mit zu wenig Schlaf ist bei vielen Probanden psychischer Stress, zu wenig Bewegung, übermäßiger Alkoholkonsum und die Einnahme von Mahlzeiten zu ungünstigen Uhrzeiten, wie Knutson ausführt. "Es gibt eine Menge an ungesunden Verhaltensweisen, die damit verbunden sind, lange aufzubleiben und in der Nacht alleine zu sein", sagt die Wissenschaftlerin. Wie Kollege von Schantz ist auch Knutson der Meinung, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten entscheiden lassen sollten, wann diese sich am "fittesten" für die Arbeit fühlen: "Manche Menschen sind, alleine schon genetisch bedingt, besser dafür geeignet, zu späten Zeiten zu arbeiten. Diese Personen sollten nicht dazu gezwungen werden, entgegen ihrer inneren Uhr schon um acht Uhr morgens bei der Arbeit aufzuschlagen", so die Forscherin.

Weitere Untersuchungen der Wissenschaftler sollen sich in Zukunft mit Schlafrythmen und der Frage befassen, wie Nachteulen besser an Wachphasen herangeführt werden können, die sich nach Sonnenzeiten ausrichten. Diese sind nach heutigen Forschungen die besten Gradmesser, wann der Mensch sich abends zu Bett legen und morgens aufstehen sollte.

Quelle: www.pressetext.com

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