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Todesfälle durch Benzodiazepine in den USA


Die Zahl der Todesfälle in den USA wegen Benzodiazepin-Überdosierung in 1999 bis 2015 ist gestiegen. Über 8.700 Opfer haben die Beruhigungsmittel allein im Jahr 2015 gefordert. 

Nach einer Studie aus der Uni Stanford wird in den USA nach der Opioid-Flut jetzt vor eine Benzodiazepin-Epidemie gewarnt. Schuld daran ist nicht die ärztliche Verordnung sondern der illegale Vertrieb über das Internet. Teilweise werden im Netz - häufig ohne das Wissen der Käufer - deutlich stärker wirksame Benzodiazepine (wie beispielsweise Clonazolam) verkauft als in der Apotheke erhältlich.

Trotz diese besorgniserregenden Trends blieben die negativen Auswirkungen von Überdosierung, Missbrauch und Abhängigkeit von Benzodiazepinen gesellschaftlich weitgehend unbeachtet.
Dies könnte unter Umständen auch daran liegen, dass drei von vier Menschen die im Zusammenhang mit Benzodiazepinen sterben, gleichzeitig auch Opioide einnehmen, vermuten die Autoren.
Die Zahl der Amerikaner, die ein ärztlich verordnetes Benzodiazepin einnehmen, stieg zwischen 1996 und 2013 von 8 auf über 13 Millionen. In diesem Zeitraum hat sich die Menge der verordneten Packungen verdreifacht. Im Jahr 2012 wurden auf hundert Einwohner in den USA 37,6 Mal Benzodiazepine verschrieben. Alprazolam, Clonazepam und Lorazepam gehören damit dort zu den zehn am häufigsten verschriebenen psychotropen Medikamenten. Die Gesundheitsausgaben für diese Wirkstoffe stiegen in den Jahren 1992 bis 2009 um fast 40 Millionen US-Dollar, und das obwohl in diesem Zeitraum der Preis für Benzodiazepine gesunken ist.

Die Autoren der Studie schlagen vor, Ärzte noch mehr über das Suchtpotential dieser Medikamentengruppe aufzuklären. Zudem sollten illegale Online-Apotheken und andere Drogenhandelsnetze bekämpft werden, in denen Menschen illegale stark wirksame Benzodiazepine erhalten. „Es wäre eine Tragödie, wenn Maßnahmen, die jetzt gegen die hohe Verschreibung von Opioiden abzielen, Menschen von einer Klasse lebensbedrohlicher Drogen in eine andere ablenken", resümieren die Wissenschaftler.

Quelle: Univadis News

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