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Nach Bypass: Adipöse bekommen eher Infektionen

Patienten mit einem Body Mass Index unter 30 genesen deutlich leichter

Operation: Infektionsrate bei Adipösen sehr hoch

Alberta/Zürich - Eine neue Studie der University of Alberta  belegt die höheren Risiken für adipöse Menschen nach einer Bypass-Operation. Demnach entwickeln Menschen mit Fettleibigkeit 1,9 Mal häufiger eine Infektion als jene, die einen BMI unter 30 haben.

"So allgemein lässt sich das nicht bestätigen. Mir ist das erhöhte Infektionsrisiko nach Eingriffen am Herzen bei adipösen Menschen nur in Kombination mit Diabetes bekannt. Da ist es wichtig, den Blutzucker vor, während und auch nach dem Eingriff genau zu kontrollieren", erklärt der Züricher Herzspezialist Jürg Grünenfelder  gegenüber pressetext.

Gewicht als Risikofaktor

Die zwei häufigsten Eingriffe am Herzen sind die Perkutane Koronare Intervention (PCI), bei der verengte Blutgefäße geöffnet und stabilisiert werden, um erneute Verengung oder gar Verstopfung der Arterien zu vermeiden. Dieser Vorgang verläuft ohne OP. Koronare Bypass-OPs (CABG) werden ebenfalls oft durchgeführt. Dabei wird das Blut umgeleitet, sodass verengte oder beschädigte Gefäße umgangen werden.

Von allen Patienten, die auf eine CABG angewiesen sind, leiden 55 Prozent unter Fettleibigkeit, bei den PCI-Patienten sind es sogar 88 Prozent. Die Forscher sehen hier eine Verbindung: Bei Übergewichtigen, die eine CABG in Anspruch nehmen, entstehen leichter Infektionen als bei Normalgewichtigen. Dadurch sind genau diese dann in der Folge auf eine PCI angewiesen.

Länger im Krankenhaus

"Man muss bei stark übergewichtigen Patienten mehr Acht geben - vor allem darauf, dass eine ausgiebige Verödung des Gewebes vermieden wird. Aber das sollte man als Herzspezialist bei jedem Patienten tun, um dadurch die Infektionsrate so gering wie möglich zu halten", sagt Grünenfelder.

Die Verbindung zwischen verschiedenen Erkrankungen bei Übergewichtigen führen zu längerer Krankenhausaufenthalten, höheren Kosten für die Gesundheitsversorgung und großer Ressourcennutzung. Deshalb sollten sich alle Patienen und auch im Gesundheitswesen tätige Personen genauestens informieren, um bessere Entscheidungen zu treffen und medizinische Ressourcen sinnvoller und besser aufgeteilt zu nutzen.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: Paulwip, pixelio.de

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