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Lipid-Mediatoren sollen Grünen Star künftig heilen

Moleküle versprechen Therapie durch Erneuerung von Sehnervzellen

Netzhaut mit Ganglien (grün), Asterozyten (rot), Blut (weiß)

Berkeley/Toronto - Das Fortschreiten des gefürchteten Grünen Stars, der oft zu Blindheit führt, lässt sich möglicherweise mit einer neuen Therapie aufhalten, sagen Forscher der University of California  und der University of Toronto. Sie setzen sogenannte Lipid-Mediatoren ein. Das sind bioaktive Lipide, die an vielen physikalischen und biochemischen Vorgängen in den Zellen, Geweben und Organen aller Lebewesen beteiligt sind.

Astrozyten falsch eingeschätzt

Der Grüne Star ist gekennzeichnet durch einen erhöhten Augeninnendruck. Dadurch wird der Sehnerv mit der Zeit irreparabel zerstört, der Betroffene erblindet. Weltweit leiden 80 Mio. Menschen an dieser Krankheit. Karsten Gronert, Professor für Optometrie, und sein Team experimentierten mit Mäusen und Ratten. Die Forscher fanden heraus, dass ein Lipid-Mediator namens Lipoxin die Degeneration von Ganglienzellen der Netzhaut bei den Versuchstieren stoppte. Lipoxin gewannen sie aus sternförmigen Zellen, Asterozyten genannt.

"Wir haben alles ausprobiert, was Entzündungen stoppen kann", fügt der am Projekt beteiligte Forscher John Flanagan hinzu. "Wir fanden heraus, dass diese kleinen Moleküle eine Schlüsselrolle beim Schutz von Nervenzellen spielen." Zuvor sei allgemein vermutet worden, dass Astrozyten, die bei einer Verletzung aktiviert werden, das Absterben von Sehnervenzellen verursachen. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. Sie senden Signale aus, die zum zusätzlichen Schutz der Zellen führten.

Sehnervzellen regenerieren sich

Bei den Versuchstieren zeigte sich, dass bereits abgestorbene Zellen erneuert wurden. "Wir kennen kein Medikament, das so etwas schafft", so Gronert. Bisherige Behandlungsmethoden zielen darauf, den Augeninnendruck medikamentös zu senken. Dadurch werden allerdings keine Zellen regeneriert. Die Forscher schließen nicht aus, dass Lipoxin auch bei anderen Krankheiten hilft, bei denen Nerven- und Gehirnzellen absterben, etwa bei Alzheimer. "Diese kleinen Lipide haben ein gewaltiges Potential für die Therapie, weil sie eine fundamentale Rolle bei anderen zellzerstörenden Krankheiten spielen könnten", resümiert Flanagan.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: J. Sivak/UT

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