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Alkoholkonsum bei Bluthochdruck berücksichtigen

Schon einfache Maßnahmen könnten hunderte Leben in der EU retten

Spirituosen: Bluthochdruck-Risiko deutlich erhöht

Toronto - Routineuntersuchungen bei gefährlichem und schädlichem Alkoholkonsum von Bluthochdruck-Patienten könnten EU-weit hunderte Leben retten, sagen Forscher des Centre for Addiction and Mental Health. Diese Maßnahmen würden den Blutdruck deutlich senken und frühzeitige Todesfälle durch nicht übertragbare oder chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen reduzieren. Für die Studie wurden Daten aus fünf europäischen Ländern ausgewertet.

Meta-Analysen ausgewertet

Laut Studienleiter Jürgen Rehm werden dabei die langfristigen Auswirkungen von weniger Alkohol auf die Krebssterblichkeit nicht berücksichtigt. Die Studienautoren schätzen, dass pro Jahr allein in Deutschland in der Altersgruppe 40 bis 64 Jahren 1.536 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 138 durch Magen-Darm-Erkrankungen und weitere 20 Todesfälle durch andere Ursachen verhindert werden könnten. In Frankreich wären es 1.152 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 121 durch Magen-Darm-Erkrankungen und 33 andere Todesfälle. In Italien könnten 963 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 108 durch Magen-Darm-Erkrankungen und 16 andere Todesfälle vermieden werden. Ähnliche Reduktionen wären auch für Spanien und Großbritannien zu erwarten.

Die Auswertung von Meta-Analysen zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und hohem Blutdruck oder Hypertonie hat ergeben, dass Patienten mit alkoholbezogenen Störungen über ein 1,5- bis fünffach erhöhtes Risiko einer Hypertonie verfügen. Rehm zufolge weisen EU-Studien darauf hin, dass 20,6 Prozent der Männer zwischen 40 und 64 Jahren mit Bluthochdruck an einer derartigen Störung leiden. 16,7 Prozent seien alkoholabhängig. Bei Frauen liegen diese Werte bei 7,2 und 5,8 Prozent. Fügt man jene Personen hinzu, bei denen nicht von einer alkoholbezogenen Störung gesprochen werden kann, die aber mehr als 60 Gramm reinen Alkohol pro Tag bei Männern und 40 Gramm bei Frauen zu sich nehmen, dann sollten bei 30,9 respektive 20 Prozent Maßnahmen gesetzt werden.

Zwei Maßnahmen empfohlen

Die Forscher untersuchten die gemeinsamen Auswirkungen von zwei Maßnahmen. Sie gingen erstens davon aus, dass 50 Prozent der Personen zwischen 40 und 64 Jahren mit einem unkontrollierten Bluthochdruck dahingehend behandelt wurden, dass diese Werte jenen eines kontrollierten Bluthochdrucks entsprachen. Zweitens wurde angenommen, dass von dieser Personengruppe 50 Prozent eine Beratung zu gefährlichem oder schädlichem Alkoholkonsums erhielten. Die Forschungsergebnisse wurden in "BMC Medicine" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, R. Sturm

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