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Depression: Gehirn-Scans für die richtige Therapie

Vorlieben der Patienten beeinflussen den Erfolg letzten Endes kaum

Gehirn: Scans verbessern die Diagnose erheblich

Atlanta - Forscher der Emory University  haben spezifische Aktivitätsmuster bei Gehirn-Scans gefunden, die Ärzten bei der Entscheidung helfen könnten, ob eine Psychotherapie oder Antidepressiva im Zuge der Behandlung von Depressionen einzusetzen sind. Für die "PReDICT"-Studie wurden Patienten nach dem Zufallsprinzip für zwölf Wochen entweder einer Gruppe zugeteilt, die mit einem von zwei Antidepressiva oder mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt wurde.

Konnektivität wichtig

Zu Beginn der Studie wurde bei den Patienten ein Gehirn-Scan mittels fMRT durchgeführt. Die Analyse dieser Daten sollte zeigen, ob das Ergebnis der beiden Behandlungsansätze vom Zustand des Gehirns vor dem Behandlungsbeginn abhing. Die MRI-Scans haben ergeben, dass das Ausmaß der funktionellen Konnektivität zwischen einem wichtigen Zentrum zur Verarbeitung von Gefühlen, einem Teil des Gyrus cinguli und drei anderen Bereichen des Gehirns in einem Zusammenhang mit den Behandlungsergebnissen steht.

Patienten mit einer positiven Konnektivität zwischen den Gehirnregionen erreichten mittels Verhaltenstherapie viel eher eine Remission. Jene mit einer negativen oder fehlenden Konnektivität sprachen eher besser auf Antidepressiva an. Laut der leitenden Wissenschaftlerin Helen Mayberg erfordern Depressionen wie die verschiedenen Arten von Krebs auch eine unterschiedliche Behandlung. "Mithilfe dieser Scans könnten wir in der Lage sein, dem Patienten jene Behandlung zu geben, die am ehesten hilft."

Personalisierter Ansatz

Mayberg versuchte, mehr personalisierte Ansätze zur Behandlung von Depressionen zu finden. Derzeit wird empfohlen, dass bei einer schweren Erkrankung die Präferenzen des Patienten bei der Wahl des Behandlungsansatzes berücksichtigt werden. Bei den Patienten der PReDICT-Studie standen die Präferenzen jedoch nur in einem geringen Zusammenhang mit den Ergebnissen. Die Präferenzen sagten den möglichen Abbruch einer Behandlung voraus, sie lieferten jedoch keine Informationen über eine Verbesserung des Zustands.

Die im "American Journal of Psychiatry" veröffentlichten Ergebnisse stimmen mit früheren überein. Man geht davon aus, dass ein personalisierterer Ansatz eher auf der Identifizierung spezifischer biologischer Merkmale einer Person als auf den Symptomen oder den Behandlungsvorlieben beruhen sollte. An der aktuellen Studie nahmen 344 Patienten aus der Umgebung von Atlanta teil. Ihr Sample war unterschiedlicher als bei früheren Studien. Rund die Hälfte der Teilnehmer bezeichnete sich selbst als Afroamerikaner oder Lateinamerikaner.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de/Dieter Schütz

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