medical text online

 

Neuer Ansatz gegen rheumatoide Arthritis entdeckt

Verschiedene Antikörper beeinflussen Krankheitsverlauf entscheidend

Arthritis in den Knien: Krankheit beeinträchtigt

Uppsala - Forscher der schwedischen Uppsala Universitet  haben nachgewiesen, dass Antikörper gegen das Knorpelprotein Kollagen II mit einer guten Prognose bei rheumatoider Arthritis in Zusammenhang steht. Die Analyse dieser Antikörper in Kombination mit anderen wichtigen Antikörpern könnte zur Vorhersage der Prognose und der Wahl des Behandlungsansatzes eingesetzt werden, so Forschungsleiter Johan Rönnelid.

Beeinträchtigungen

Bei rheumatoider Arthritis handelt es sich um eine Entzündungskrankheit, bei der die Gelenke steif werden und anschwellen. In der Folge kommt es zu einer weiteren Zerstörung der Gelenke. Verursacher sind Immunzellen, die normalerweise fremde Organismen angreifen. In diesem Fall kommt es jedoch zur Reaktion mit dem Gewebe in den Gelenken und in der Folge zu einer Entzündung.

Die Symptome können sehr verschieden sein. Aufgrund der Schmerzen und der teils gravierenden Auswirkungen auf die betroffenen Gelenke, führt die Krankheit jedoch häufig zu einer Beeinträchtigung. Entsprechende Therapien zielen auf eine Verringerung der Entzündung, Verringerung der Schmerzen und das Verhindern einer weiteren Zerstörung der Gelenke ab.

Kollagen-Antikörper

Bei manchen Patienten werden Antikörper gebildet, die auf Kollagen II abzielen. Diese Antikörper verstärken die Entzündung am Beginn der Krankheit. Die größte Menge an Kollagenantikörpern wurde zum Zeitpunkt der Diagnose festgestellt. Im Verlauf des folgenden Jahres nehmen diese Werte dann wieder ab. Für die aktuelle Studie wurde eine große Patientengruppe fünf Jahre lang begleitet. Die Forscher wollten herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen den Kollagenantikörpern und dem Verlauf der Krankheit gibt.

"Patienten mit Kollagen-Antikörpern zeigten in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose mehr Symptome einer Entzündung. Danach gab es, im Vergleich mit Patienten ohne derartige Antikörper, keine Unterschiede mehr. Wir haben auch entdeckt, dass das Vorhandensein der Kollagen-Antikörper zum Zeitpunkt der Diagnose mit einer besseren Prognose in Zusammenhang stand", verdeutlicht Vivek Anand Manivel, Hauptautor der Studie.

Kombinierte Analyse

Bei rheumatoider Arthritis wird das Vorhandensein von Antikörpern gegen bestimmte Proteine, sogenannte citrullinierte Peptide, überprüft. Bei den Studienteilnehmern zeigte sich, dass das Vorhandensein dieser Antikörper die genau gegenteilige Auswirkung auf die Entzündung hatte als die Kollagen-Antikörper. Das Vorhandensein der Antikörper gegen citrullinierte Peptide stand mit einer verstärkten Entzündung im späteren Verlauf der Krankheit in Verbindung.

Patienten mit diesen Antikörpern erkrankten im Beobachtungszeitraum auch schwerer. Laut Rönnelid könnte eine kombinierte Analyse der Antikörper gegen Kollagen und gegen citrullinierte Peptide eine neue Möglichkeit zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs und vielleicht auch für die Wahl des Behandlungsansatzes bei einer Neudiagnose sein. Die detaillierten Forschungsergebnisse wurden in den "Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de/Jerzy Sawluk

Weitere News

Künstlicher Süßstoff macht dick und belastet Herz

Winnipeg - Künstliche Süßungsmittel stehen mit einer Gewichtszunahme, erhöhtem Risiko einer Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen in Zusammenhang. Zu diesem...  >>

Unattraktive Frauen fasten gern für schöne Männer

Tallahassee/Wien - Als unattraktiv eingestufte Frauen, die mit gutaussehenden Männern verheiratet sind, machen eher eine Diät und neigen häufiger zu...  >>

Prostatakrebs: Große und dicke Männer gefährdet

Oxford - Männer, die groß und fettleibig sind, gehören zur am stärksten betroffenen Risikogruppe für Prostatakrebs. Zu diesem Ergebnis kommen...  >>

Vorhofflimmern: Langes Arbeiten erhöht Risiko

London - Menschen mit langen Arbeitszeiten verfügen bei einem unregelmäßigen Herzrhythmus, also bei Vorhofflimmern, über ein erhöhtes Risiko. Zu diesem...  >>

Hydrogel aus Silizium-Nanopartikeln stoppt Blutung

Cambridge - Starke Blutungen aufgrund von gerissenen Adern lassen sich mittels eines neuen Hydrogels sekundenschnell stoppen. Das vom MIT-Forscher Reginald...  >>

 

 

© medical text Dr. Hermanns, München, 2017 Impressum | Kontakt | Partner - Referenzen | Verlinkungsregeln | Disclaimer