medical text online

 

Morbus Crohn: Bluttest soll Diagnose erleichtern

Biomarker könnten helfen vorherzusagen, wer erkranken wird

Morbus Crohn: Chronische Darmentzündung

Tempe - Wissenschaftler des ASU Biodesign Institute  und der Mayo Clinic Arizona arbeiten an der Entwicklung eines neuen Bluttests für Morbus Crohn. Das Team um Josh LaBaer und Ji Qiu identifizierte erfolgreich mehrere Moleküle, so genannte Biomarker, die nur bei betroffenen Patienten nachweisbar sind. Laut LaBaer ist gerade bei dieser Krankheit eine frühe und genaue Diagnose sowie eine funktionierende Behandlung von großer Bedeutung. Die medizinische Ursache für Morbus Crohn ist noch nicht ausreichend erforscht. Klar ist aber, dass im Verlauf der Krankheit das Immunsystem dazu gebracht wird, den Darm anzugreifen.

Die Forscher setzten mit Immunoproteomics auf einen neuen Ansatz, bei dem das gesamte Repertoire der Proteine des Immunsystems im Blut überprüft und frühe Anzeichen auf Morbus Crohn identifiziert werden können. Laut Ji Qiu gab es vermehrte Hinweise darauf, dass die Immunreaktion bei dieser Krankheit die Folge von veränderten Mikroben im Darm oder dem Kontakt mit schädlichen Giftstoffen sein könnte, die zur Bildung von Antikörpern gegen mikrobielle und menschliche Proteine führen, die spezifisch für dieses Leiden sind. Zahlreiche auf Blut basierende Biomarker seien bereits bekannt. Die derzeit im Handel befindlichen Bluttests sind in der klinischen Praxis jedoch nicht weit verbreitet, da sie keine genaue Diagnose ermöglichen.

Wichtigste Biomarker werden identifiziert

Für die aktuelle Studie wurde das Serum von 48 Patienten untersucht und mit den Ergebnissen einer gleich großen Gruppe von gesunden Personen gleichen Geschlechts und Alters verglichen. Die Forscher identifizierten verschiedene mögliche Biomarker-Kandidaten des Immunsystems, so genannte Autoantikörper, die bei den Patienten über eine Sensitivität von mehr als 15 Prozent verfügten und überprüften sie an einer zweiten Patientengruppe sowie an gesunden Personen. In einem nächsten Schritt wurden die besten dieser Proben für die Erstellung eines Biomarker-Panels ausgewählt.

Um einen möglichst genauen Test zu entwickeln, verglichen die Forscher das Serum der Patienten und der Kontrollgruppe mit Tausenden von Proteinen aus LaBaer's Genbank DNASU. Als einer der stärksten Biomarker-Indikatoren erwiesen sich dabei bakterielle Antikörper gegen Flagellin, die am häufigsten in den Proben vorkamen. Ein neuer Biomarker war der Antikörper gegen SNRPB, welcher eine allgemeine Rolle bei der Entstehung von Proteinen spielt. Er wurde in der Forschung auch mit der Autoimmunerkrankung Lupus in Zusammenhang gebracht.

LaBaer betont, dass die 2.000 menschlichen Proteine, die in der Studie untersucht wurden, nur einen Bruchteil der mehr als 30.000 einzigartigen Proteine ausmachen, die in der Genbank DNASU enthalten sind. Laut dem Forscher sei aber bereits klar, dass kein einzelner Biomarker, sondern nur ein Panel aus mehreren individuell geprüften Biomarkern über eine Vorhersagekraft verfügen wird, die auch den Anforderungen im klinischen Alltag gerecht wird.

Morbus Crohn betrifft viel Menschen

Derzeit erkranken allein in den USA drei von 1.000 Menschen an dieser Krankheit, die Tendenz ist steigend. Morbus Crohn tritt häufig in Zusammenhang mit chronischen schweren Magenschmerzen, Durchfall und anderen Symptomen auf. Einer von fünf Patienten muss jedes Jahr ins Krankenhaus eingewiesen werden. In den schwersten Fällen kann sogar eine Operation erforderlich sein. Eine Diagnose kann sehr schwierig sein und entweder teure MRTs, Biopsien oder eine Katalogisierung der Symptome erfordern. Am Beginn der Behandlung steht meist die Verabreichung von Medikamenten gegen die Entzündung.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: Biodesign Institute

Weitere News

Stoffwechsel: Morbus Gaucher ist entschlüsselt

Bonn - Experten des Bonner Forschungszentrums caesar  haben einige der komplexen Regulierungsmechanismen der genetisch bedingten Stoffwechselstörung Morbus Gaucher entschlüsselt. Laut...  >>

Aducanumab-Erfinder Prof. Roger Nitsch: „In der Generation unserer Kinder wird es kein Alzheimer mehr geben

Wien - „Wir sind fast da, es dauert nur noch ein paar Jahre. In der Generation unserer Kinder wird es...  >>

Psychose: Anfälligkeit schon sehr früh erkennbar

Montreal - Forscher der Universite de Montreal  und des Sainte-Justine University Hospital Research Center  haben frühe Marker entdeckt, die eine...  >>

Neues Mittel verzögert Fortschreiten von ALS

Brisbane - Forscher der University of Queensland  haben mit PMX205 ein neues Mittel entwickelt, das das Fortschreiten der Gehirnerkrankung Amyotrophe...  >>

Depression: Gehirn-Scans für die richtige Therapie

Atlanta - Forscher der Emory University  haben spezifische Aktivitätsmuster bei Gehirn-Scans gefunden, die Ärzten bei der Entscheidung helfen könnten, ob...  >>

 

 

© medical text Dr. Hermanns, München, 2017 Impressum | Kontakt | Partner - Referenzen | Verlinkungsregeln | Disclaimer