medical text online

 

Autoimmunität und Infektion: Zusammenhang geklärt

B-Lymphozyten nehmen nicht nur Proteine des Grippevirus in sich auf

Virus: Forscher gehen Autoimmunreaktion nach

Basel - Mediziner der Universität Basel  haben einen Zusammenhang zwischen Autoimmunkrankheiten und Infektionen erforscht. Denn wenn die Abwehrzellen bestimmte Proteine aus den Erregerzellen aufnehmen, können Fehler auftreten.

In der Bevölkerung kommt es durch zunehmende Hygiene häufiger zu autoimmunen Erkrankungen. Zudem zeigt sich, dass manche Autoimmunkrankheiten durch Infektionen ausgelöst werden. Doch der Mechanismus hinter diesen Zusammenhängen wird noch nicht vollständig verstanden. Eine mögliche Erklärung lautet, dass das Immunsystem Proteinstrukturen von Erregern mit körpereigenen Proteinen verwechselt, weil sie sich strukturell ähnlich sehen.

Fehler bei Proteinaufnahme

Die Experten haben in ihrer neuen Theorie die spezielle Fähigkeit von Immunzellen zugrunde gelegt, dass bestimmte Proteine auf der Oberfläche benachbarter Zellen erkennen und sie aus der Zellmembran aufnehmen. Bei der Aufnahme dieser Proteine kann es in bestimmten Fällen zu Fehlern kommen. Die Vermutung: Bestimmte Immunzellen, sogenannte B-Lymphozyten, nehmen nicht nur das Protein eines Grippevirus auf, für das sie spezialisiert sind, sondern auch geringe Mengen anderer benachbarter Membranproteine, nämlich etwa ein als Autoantigen bekanntes Protein aus der Zellmembranschicht im zentralen Nervensystem.

Eine Reaktion gegen das Membranprotein führt bei Tieren zur Entzündung. B-Lymphozyten, die mit Zellen kultiviert wurden, die das Grippevirus-Protein und das Membranprotein integriert hatten, konnten nicht nur andere Immunzellen, bestimmte T-Lymphozyten, gegen das Virus aktivieren. Ebenso in Gang gesetzt wurden T-Lymphozyten, welche das körpereigene Membranprotein erkannt hatten - was eine autoimmune Entzündung des Gehirns auslösen kann. Somit könnte eine Virusinfektion über einen Fehler bei der Proteinaufnahme von B-Lymphozyten zu einer Aktivierung von autoaggressiven T-Lymphozyten führen.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, Christian Daum

Weitere News

Schlafapnoe: Protrusionsschiene heilt Herz nicht

Angers - Geräte zur Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA), die eine Korrektur der Haltung des Unterkiefers vornehmen, haben positive Auswirkungen...  >>

Migräne ist (k)ein Schicksal

Neumarkt in der Oberpfalz - Migräne-Attacken kommen zweimal, dreimal oder sogar viermal im Monat. In extremen Fällen kommt der pochende...  >>

Unfallrisiko bei geringem Schlafentzug verdoppelt

Washington/Wien - Schon ein bis zwei Stunden Schlafmangel pro Nacht reichen aus, um das Risiko für einen Verkehrsunfall am Folgetag...  >>

Krebs: Bis zur Diagnose vergehen vier Monate

Chandigarh/Singapur - Beim ersten Symptom schon zum Arzt gehen oder doch noch länger warten? Besser ist es, gleich die ärztliche...  >>

Kieferfehlstellung als Ursache des Tourette-Syndroms?

Utting am Ammersee - Von Dr. Stefanie Morlok, Master of Science Kieferorthopädie Neue Erkenntnisse legen den Verdacht nahe, dass die...  >>

 

 

© medical text Dr. Hermanns, München, 2017 Impressum | Kontakt | Partner - Referenzen | Verlinkungsregeln | Disclaimer