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Demenz bei Landwirten oft große Herausforderung

Forscher identifizieren für England vier spezifische Problembereiche

Bauernhaus: Demenz kann zum großen Problem werden

Plymouth - Wenn es um Demenz geht, müssen vier Bereiche in ländlichen Regionen berücksichtigt werden, schlagen Forscher der University of Plymouth  vor. Claire Kelly und Richard Yarwood haben erstmals die Folgen der Krankheit auf die Landwirtschaft untersucht. Bei den vier Bereichen handelt es sich um das Umfeld der Landwirtschaft, das Zögern bei Fragen nach Unterstützung, Hilfseinrichtungen sowie die Veränderungen der Landgemeinden.

Gefahren im Alltag

16 Landwirte in der Grafschaft Devon und sieben Fachleute aus den verschiedensten Bereichen, die auch Betroffene unterstützen, wurden interviewt. Zu den Problemen mit dem täglichen Leben gehörten Sorgen über die Gefährlichkeit des Umfelds selbst: die Gefahr, von einem Tier erdrückt zu werden, in Güllegruben zu fallen oder unter einer Maschine gefangen zu sein. Auch die Versorgung der Tiere könnte für Demente ein Problem werden. Hinzu kommt die Herausforderung der Pflege durch Angehörige bei gleichzeitigem Vollbetrieb.

Eine weitere Schwierigkeit: Landwirte zögern oft, um Hilfe zu bitten. Die Folge können Isolation und der Wunsch, Probleme vor den anderen zu verbergen, sein. Häufig machten sich die Bauern Sorgen um die Zukunft der Landwirtschaft und zögerten aber gleichzeitig, Schritte zur Lösung dieses Problems einzuleiten. Aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten Landwirte häufig weit über das Rentenalter hinaus. Folglich können Gesundheitsthemen wie Demenz zu ganz eigenen Problemen führen.

Landwirtschaften verbinden Leben und Arbeit. Das kann unter anderem zur finanziellen Belastung für die Familienmitglieder werden. Das gilt vor allem dann, wenn es keine Pläne für eine Übergabe gibt. Dazu kam noch fehlendes Wissen in Rechtsfragen. Nur wenige der Interviewten verfügten über ein aktuelles Testament. Zahlreiche Landwirte wussten zudem nicht, dass sie Hilfe bekommen können. Mögliche Kosten waren ebenfalls ein Thema. Geld- und Zeitaufwand spielten gerade in sehr entlegenen Regionen eine entscheidende Rolle.

Vorkehrungen treffen

Durch die Veränderungen der Landgemeinden sind Bauern heute noch isolierter. Immer weniger Menschen bewirtschaften das Land. Hilfe aus dem Umfeld kann daher schon daran scheitern, dass es an dem entsprechenden Fachwissen fehlt. Dazu kommt noch, dass sich die Menschen weniger gut kennen. Damit verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Kontaktaufnahme und damit einer Bitte um Unterstützung weiter.

Die Wissenschaftler empfehlen Landwirten daher, Vorkehrungen für eine mögliche Krankheit und den Ruhestand zu treffen. Die verschiedenen Behörden und Hilfsorganisationen sollten enger und übergreifender zusammenarbeiten. Dazu gehören auch Einrichtungen, die auf die Bedürfnisse von Landwirten Rücksicht nehmen. Die Landwirte selbst sollten sich mehr gegenseitig unterstützen. Alle mit der Landwirtschaft befassten Behörden und Organisationen sollten im Bereich der Demenz geschult werden.

Den Familien selbst sollte dabei geholfen werden, Probleme rechtzeitig zu erkennen und Unterstützung zu suchen. Das sei vor allem von entscheidender Bedeutung, weil vor allem in ländlichen Regionen deutlich mehr ältere Menschen leben. Die Studie wurde vom Seale Hayne Educational Trust  finanziert und vom Farming Community Network  unterstützt.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, zahner

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