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Du bist zu dick: Kritik der Eltern verstärkt Problem

Wahrnehmung bedeutsam für spätere Stigmatisierung und Übergewicht

Junge: Stigma Übergewichtigkeit muss nicht sein

Liverpool/Tallahassee - Eltern, die ihre Kinder offen als "übergewichtig" beschreiben, tragen nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei. Denn diese Kinder neigen dazu, im folgenden Jahrzehnt mehr zuzunehmen als Kinder, deren Eltern sie als normalgewichtig ansehen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Liverpool zusammen mit Kollegen vom Florida State University College of Medicine.

Selbsteinschätzung gefragt

Laut den beiden Forschern Eric Robinson und Angelina Sutin erhöht die Wahrnehmung des Übergewichts durch die Eltern das Risiko eines zukünftigen Problems in diesem Bereich. "Das Stigma als übergewichtiges Kind zu gelten, könnte erklären, warum Kinder, die von ihren Eltern so gesehen werden, während des Heranwachsens dazu neigen, zu viel zu wiegen", schreiben sie im Fachblatt "Psychological Science".

Die Experten werteten Daten der "Longitudinal Study of Australian Children" aus und konzentrierten sich dabei auf 2.823 australische Familien. Als Teil der Studie wurden das Gewicht und die Größe der Kinder zu Beginn der Untersuchung im Alter von vier oder fünf Jahren festgestellt. Gleichzeitig gaben die Eltern an, wie sie das Gewicht ihrer Kinder einschätzten.

Im Alter von zwölf oder 13 Jahren wurden den Kindern Fotos gezeigt, aus denen sie auswählen sollten, welchen Körperformen sie selbst am ehesten entsprachen. Die Kinder mussten zusätzlich angeben, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten versucht hatten abzunehmen. Größe und Gewicht wurden mit 14 oder 15 Jahren erneut festgestellt.

Beide Geschlechter betroffen

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Eltern und der Gewichtszunahme der Kinder zehn Jahre später besteht. Kinder, die mit vier oder fünf Jahren als übergewichtig bezeichnet wurden, neigten mit 14 oder 15 eher dazu mehr zuzunehmen. Zumindest teilweise kann dieser Zusammenhang dadurch erklärt werden, was die Kinder selbst glauben und wie sie sich verhalten. Als übergewichtig angesehene Kinder nahmen sich selbst negativer wahr.

Bei Jungen und Mädchen waren die Ergebnisse gleich. Sie konnten nicht durch andere mögliche Faktoren wie das Haushaltseinkommen, Krankheiten oder das Gewicht der Eltern erklärt werden. Wichtig ist laut den Forschern auch, dass der Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Eltern und der späteren Gewichtszunahme der Kinder unabhängig davon ist, wie viel die Kinder bei Beginn der Studie tatsächlich wogen.

Die wissenschaftlich durchgeführte Analyse der Daten von 5.886 irischen Familien der "Growing Up in Ireland"-Studie  hat die gleichen Ergebnisse ergeben. Die Wissenschaftler können auf Grundlage dieser Daten jedoch nicht festlegen, ob die Wahrnehmung der Eltern tatsächlich die Gewichtszunahme der Kinder verursacht hat. Robinson und Sutin kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Einschätzung der Eltern durchaus negative Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Kinder haben kann.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, Antitwitter

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