Keine Abrechenbarkeit von Narkoseleistungen bei Delegation ohne persönliche Beaufsichtigung

Eine Leistung ist von einem Chefarzt der Anästhesie nur dann als unter seiner Aufsicht i.S. des § 4 Abs. 2 GOÄ erbracht anzusehen, wenn er selbst bei der Ein- und Ausleitung der Narkose persönlich anwesend und während der Operation zumindest zeitweise die Hilfsperson persönlich beaufsichtigt. Dies gelte insbesondere, wenn es sich um eine längere Operation handele, entschied das Landgericht (LG) Hamburg. Im vorliegenden Fall hatte der Wahlarzt die Durchführung der Anästhesie an die nachgeordneten Ärzte delegiert und sich während der Operation in einem anderen Operationssaal befunden. Um jedoch der wahlärztlichen Behandlung sein persönliches Gepräge zu geben, müsse er sich zu Beginn, während und zum Abschluss der Narkose mit dem Patienten persönlich befassen, so das Gericht.

Aktenzeichen: LG Hamburg, 02.02.2001, 4, AZ: 313 S 62/00
Entscheidungsjahr: 2001