Amerikaner nehmen Übergewicht nicht ernst

Amerikaner nehmen Übergewicht nicht ernst

Übergewicht: Das schadet vor allem dem Herz (Foto: unsplash.com, rawpixel)

Wissen um Gesundheitsprobleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erschreckend gering

Cleveland – 88 Prozent der US-Amerikaner wissen, dass ein gesundes Herz mit einem gesunden Gewicht einhergeht. Die meisten tun jedoch nicht genug oder überhaupt etwas gegen Übergewicht, sagen Forscher der Cleveland Clinic. 74 Prozent machen sich Gedanken über ihr Gewicht. 65 Prozent befürchten aufgrund ihres Übergewichts eine Herzerkrankung. Jedoch haben nur 43 Prozent versucht, ihre Ernährung umzustellen. 40 Prozent jener, die sich selbst als übergewichtig oder fettleibig beschreiben, sagen, dass sie bei der Auswahl der Nahrungsmittel nicht aufmerksam sind.

Gewohnheiten eingeschlichen

Teil des Problems ist laut den Experten, dass sich US-Amerikaner nicht sicher sind, welche Ernährung gut für ihr Herz ist. Fast 18 Prozent glauben, dass ihre Ernährung nichts mit ihrer Herzgesundheit zu tun hat. Nur 14 Prozent wissen laut der Studie, dass eine mediterrane Ernährungsweise für das Herz am besten ist. Mit 46 Prozent geht fast die Hälfte der Befragten davon aus, dass künstliche Süssstoffe eine gesunde Möglichkeit sind, Gewicht zu verlieren. Zahlreiche Studien haben bereits nachgewiesen, dass sie einen Gewichtsverlust aber nicht fördern.

Die Erhebung hat auch ergeben, dass US-Amerikanern die Auswirkungen von Übergewicht auf ihr Herz und die gesamte Gesundheit nicht wirklich klar sind. Mit 87 Prozent stellt der Großteil der Bevölkerung keinen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Krebs her. Bei Vorhofflimmern liegt dieser Wert bei 80 Prozent. 54 Prozent wissen nicht, dass Fettleibigkeit mit hohen Werten bei „schlechtem“ Cholesterin in Verbindung steht. 57 Prozent stellen keine Verbindung zu koronaren Herzerkrankungen her. 64 Prozent wissen nicht, dass extremes Übergewicht zu einem Schlaganfall führen kann.

Zusammenhänge nicht erfasst

Laut Forschungsleiter Steven Nissen verfügen die meisten US-Amerikaner nur über ein abstraktes Wissen, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit nicht gut für die Gesundheit sind. „Sie scheinen jedoch nicht zu erfassen, dass die führenden Ursachen für Tod und Invalidität – Schlaganfall, Krebs und koronare Herzerkrankungen – durch Übergewicht negativ beeinflusst werden.“ Dabei müsse ein Patient nur fünf Prozent des Körpergewichts verlieren, damit erste Vorteile für die Gesundheit sichtbar werden.

84 Prozent der US-Amerikaner haben in der Vergangenheit zumindest eine Methode zur Gewichtsreduktion ausprobiert. Ein Drittel hat dabei zwischen einer Woche und einem Monat durchgehalten. 24 Prozent nennen eine Abneigung gegen Sport und 22 Prozent Zeitmangel als Haupthürden für das Beibehalten eines gesunden Gewichts. Die meisten gehen auch davon aus, dass ihr Stoffwechsel sich nachteilig auf das Abnehmen auswirkt. 60 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer sagen, dass ihr Stoffwechsel gegen sie arbeitet.

Nissen räumt ein, dass der Stoffwechsel eine Rolle spielen kann. „War man einmal übergewichtig, versucht der Körper, das Gewicht zu halten und macht es so schwerer, wieder abzunehmen.“ Sinnvoll sei ein langfristiger Plan zur Gewichtsabnahme. „Rasche Gewichtsabnahmeprogramme sind nicht wirkungsvoll“, weiß Nissen. Herzerkrankungen sind in den USA und weltweit die führende Todesursache. Laut den Centers for Disease Control and Prevention  sind mit 93 Mio. Menschen fast 40 Prozent der US-Amerikaner fettleibig. Die Zahl der Übergewichtigen ist sogar noch höher.

Quelle: pressetext.com